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Editorial Seminare 02/2014

Privatzahnarzt/-ärztin? Wozu?

Haben Sie sich in letzter Zeit gefragt, warum Sie Vertragszahnarzt/-ärztin sind? Irgendwie scheint das vorbestimmt. Nicht die Approbation gilt mehr als Berechtigung zur Berufsausübung sondern die Zulassung.

Mit der Zulassung wird man Vertragspartner der „Gesetzlichen Krankenversicherung“. Dumm nur, dass man diesen Vertrag nicht aushandeln kann. Man muss unterschreiben und sich den politisch und vertraglich vereinbarten Regeln unterwerfen.

Das heißt: Die Basis der eigenen Tätigkeit ist nicht Ausdruck eigenen Könnens und Wollens. Vielmehr unterwirft man sich bestehenden, historisch gewachsenen Regeln, um damit Zugang zur Finanzierung der eigenen Tätigkeit durch die GKV zu erhalten.

Als Vertragszahnarzt sind Sie verpflichtet nicht mehr zu bewirken, als ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich ist. „Wirtschaftlich“ meint dabei nicht Ihre und auch nicht die wirtschaftliche Sicht Ihres Patienten sondern ausschließlich die der Krankenkassen. Ihr Patient hat aber Ihnen gegenüber, unabhängig ob privat oder gesetzlich versichert, immer den Anspruch, nach den Regeln der zahnärztlichen Kunst also nach aktuellem Stand des Wissens behandelt zu werden. Ein oftmals nicht aufzulösender Widerspruch! Behandeln Sie, was fachlich notwendig ist, werden Ihre Leistungen nicht oder nur teilweise honoriert (Honorarverteilungsmaßstab – HVM) oder auch regressiert (ggf. über einen Prüfungsausschuss). Unterlassen Sie deshalb fachlich notwendige Leistungen ist das ohnehin ethisch fragwürdig. Obendrein kann Ihr Patient Sie mit Erfolg verklagen. Über allem schwebt eine Entscheidung des Bundessozialgerichts, dass Sie für gesetzlich Versicherte auch Leistungen erbringen müssen, für die Sie keine Honorierung erhalten!

Das heißt nicht, dass man als Vertragszahnarzt schlechte Zahnmedizin machen muss. Es heißt, dass man dann zwei Herren dienen muss: dem Vertragsrecht des SGB V und dem Anspruch des Patienten (mit seinen Ansprüchen nach bürgerlichem Recht).

Wollen Sie ein Berufsleben lang in diesem Kräftefeld divergierender Interessen arbeiten? Wollen Sie die Interessen des „Systems der gesetzlichen Krankenversicherung“ vor Ihre Interessen und noch schlimmer vor die Interessen Ihrer Patienten setzen? Der Gegenentwurf  Privatzahnarzt/Privatzahnärztin“ setzt eine persönliche Unabhängigkeitserklärung voraus:

Ich werde nicht der Zahnarzt der Krankenkassen sein. Dafür bin ich bereit, auf manchen Patienten zu verzichten, den ich dann nicht behandeln werde. Dafür bin ich unabhängig und allein meinen Patienten verpflichtet. Ihnen möchte ich die für sie optimale Zahnmedizin anbieten. Lösungswege, z. B. weil nicht jeder Patient ein Optimum finanzieren kann (oder möchte), werden offen zwischen Patient und Zahnarzt diskutiert und nur dann umgesetzt, wenn sich beide damit einverstanden erklären können.

Diesen Weg der persönlichen zahnärztlichen Unabhängigkeitserklärung werden Sie nur erfolgreich gehen, wenn Sie auch das Optimum anbieten können: Exzellente Fachlichkeit mit dem Mehr an Service, das Ihr Patient erwarten darf.

Für die Erarbeitung exzellenter Fachlichkeit bedarf es exzellenter Fortbildung. Deshalb haben Sie jetzt dieses Fortbildungsprogramm in der Hand.

Die Privatzahnärztliche Vereinigung Deutschlands (PZVD.de) berät Sie gern, wenn Sie Ihre Unabhängigkeit planen wollen. Treffen Sie die richtige Entscheidung, damit Sie im Berufsalltag die Konzepte umsetzen können, die Sie und Ihre Patienten begeistern.

Ihr
Dr. Wilfried Beckmann
Präsident der PZVD