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Editorial Seminare 2/2019

Der Kariesbefall ist dank der flächendeckenden Fluorprophylaxe und der verbesserter Mundhygiene vor allem bei jungen Patienten eklatant zurückgegangen. Dadurch verändert sich das zahnärztliche restaurative Therapiekonzept. Der Behandlungsbedarf wird sich vermehrt auf die professionelle Prophylaxe und die Behandlung von Parodontalerkrankungen erstrecken. Festzustellen ist jedoch, dass viel häufiger Funktionsstörungen im stomathognathen System diagnostiziert werden, die einer gezielten Behandlung zugeführt werden müssen. Darüber hinaus beobachten wir die deutliche Zunahme von Zahnhartsubstanzverlust durch Bruxismus und Erosionen.

Bruxismus ist in erster Linie emotional verursacht. Okklusionstörungen spielen zumindest als Cofaktor eine Rolle. Die zahnärztliche Therapie des Bruxismus kann im Wesentlichen nur symptomatisch durch eine gezielte Schienentherapie erfolgen, die weiteren Hartsubstanzverlust verhindert. Abhängig vom Alter der Patienten muss der Hartsubstanzverlust aber häufig zusätzlich durch restaurative und rekonstruktive Maßnahmen therapiert werden. Diese umfangreiche, aufwändige und zeitkonsumierende Therapie erfordert ein klares Behandlungskonzept, damit Langzeiterfolge erzielt werden können. Erosionen werden in erster Linie durch ernährungs- oder verhaltensbedingte Einwirkung von Säuren auf die Zahnhartsubstanz, aber auch durch fehlerhafte Zahnputztechnik verursacht. Auch hier ist oft eine restaurative und rekonstruktive Therapie angezeigt.

Um den Zahnärzten (m/w) und Zahntechnikern (m/w) bewährte und erfolgversprechende Verfahren aufzuzeigen, werden beim diesjährigen Gutowski Kongress, der am 29. und 30. November 2019 im Steigenberger „Hotel Sonnenhof“ in Bad Wörishofen stattfindet, ein internationales Team von Experten ihr zahnärztliches und zahntechnisches Konzept für die Behandlung von Zahnhartsubstanzschäden infolge Bruxismus und Erosionen vorstellen. Dabei werden auch die psychologischen Ursachen beleuchtet. Durch die detaillierten und überzeugenden Präsentationen der Behandlungsverfahren lassen sich für die Teilnehmer viele Erkenntnisse gewinnen, die unmittelbar in der Praxis realisiert werden können.

An vielen Fortbildungsveranstaltungen stört mich heutzutage, dass zu selten gezeigt wird, „wie es wirklich geht“. Es überwiegen Falldarstellungen nach dem Motto: „vor der Glatze, nach der Glatze“. Diese Furcht ist bei einer Gutowski Fortbildung definitiv unbegründet. Denn meine persönliche Fortbildungsmaxime lautet seit mehr als einem halben Jahrhundert: „Don´t tell me, show me“.

Ihr
Alexander Gutowski
Infos zum Kongress

Prof. Dr. Alexander Gutowski, Schwäbisch Gmünd